Sammlungen, Einführung


Wenn etwas »gefällt«, gehört es in ein Museum für bildende Künste oder Kommunikation. Die Bilder, um die es hier geht, finden wir vereinzelt in volkskundlichen Museen wieder. Heute sind sie eher eine Randerscheinung innerhalb der Kulturproduktion, dabei gab es sie vielfach später sogar millionenfach, sie wurden heiß geliebt, sie waren preiswert und sie prägten den Geschmack der bürgerlichen Gesellschaft.

Vor ungefähr 500 Jahren begann die Erfolgsgeschichte der gedruckten Bilder. Die ersten Holzschnitte tauchten zur Illustration in zahlreichen Druckwerken auf. Zum ersten Mal wurde die Bibel populär. Neu entdeckte antike Texte ließen die Europäer ab Ende des Mittelalters in eine nicht geahnte Ideenwelt eintauchen. Pädagogen entwickelten für ihre Schüler Schulwandbilder, damit sie zeigen konnten, wie sich die Welt im Studierzimmer spiegelte. Bilder gehörten in die »gute Stube« – soweit sie vorhanden war – sei es mit religiösem Inhalt oder mit dem »Geschmack der Zeit«. Was aber war der »Geschmack der Zeit«, gab es Vorbilder für eine Gesellschaft im Umbruch auf die man sich hätte beziehen können? War die Ästhetik eine Art »Kitt« gewesen, der die bürgerliche Gesellschaft der Neuzeit zusammen hielt? Holzschnitte und Kupferstiche sowie die Bildpostkarten oder Ansichtskarten sind innerhalb der Kulturgeschichte ein Phänomen, sie wurde wegen ihrer komplexen Themenvielfalt noch nicht ausreichend beschrieben.
Die vorgestellten Beiträge gehen dem Phänomen »Druckgraphik« auf die Spur und versuchen an Hand von Beispielen einige Ansichten des »guten Geschmacks« neu zu beleuchten.

Holzschnitte und Kupferstiche werden thematisch gesammelt und erworben. Postkarten oder Ansichtskarten werden nur als angelegte Sammlungen erworben.