Fazit

Die Renaissancezeit war geprägt von Glaubensauseinandersetzungen. Die Protestanten standen im Widerspruch zur römisch-katholischen Amtskirche. Ein nicht mehr aufhörender Glaubens- und Bilderstreit begann. Es ging um die Deutungshoheit einer „wirklichen“ und vor allem „begreifbaren Welt“. Der Wahrsagerei wurde ein kleines, wenn auch spektakuläres Tor geöffnet, somit konnten die unterschiedlichsten Lehrmeinungen untermauert werden. Hierbei ließ sich die Kirche auf ein wissenschaftlich geprägtes Abenteuer ein, das später selbst zu ihrer Säkularisation führte. Heute bestimmen wissenschaftliche Weltbilder unsere Vorstellung vom Universum oder unsere Vorstellung von der Evolution des Menschen. Aus heutiger Sichtweise ist das Eintauchen in die Welt des 16. Jahrhunderts schwierig, zumal das Eintauchen in vergangene Zeiten vor unserer Haustür stattfindet und wir unmittelbar mit Himmelsvermessungen und Glaubensgrundsätzen konfrontiert werden. Celle ist ein Lehrbuch der Verzierungen des 16. Jahrhunderts und besitzt einen Schatz von holzgeschnitzten Motiven an Fachwerkhäusern, diese Fachwerkhäuser zeigen bis heute die damalige Weltsicht ihrer Herzöge und Bürger. Andere Städte, wie Höxter oder Goslar, zeigen eine Pracht an vielfältigen Tagwerkrosetten, die aber alle auf ihren Ursprung hin nach Celle verweisen. Celle entwickelte zum ersten Mal am Hoppener Haus die elffach gerippte Tagwerkrosette in all ihren Formen, die siebenfach gerippte Planetenrosette und die neunfach gerippte Sphärenrosette. In der Chronologie der Verzierungen ist Celle beispielgebend, nirgends gibt es eine größere noch erhaltene Motivvielfalt auf Fachwerkhäusern zu sehen.