Georg Pencz' Serie zu den Planetenkindern

Georg Pencz (um 1500–1550) hat sich als Dürers Malergeselle einen großen Namen gemacht´, bevor er zum Nürnberger Stadtmaler berufen wurde. Seine Holzschnittserie der sieben Planetenbilder wird in Büchern zum Thema Astrologie zitiert und abgebildet. Das Wissen über das spezielle Verhalten der Planetenkinder hatte für diejenigen Vorteile, die ihre Verbundenheit zu einem der Planeten erahnten. Wurde ein Horoskop angefertigt, wusste man, ob in seinem Aszendenten ein Planet verweilte oder nicht. Oft mischten sich die Lebenskonzeptionen zu neuen Konzeptionen zusammen.

Die Mondgöttin Luna und ihre Kinder
Wer im Aszendenten von Luna geboren wurde, unterliegt dem „flüssigen Element“. Jede Berufswahl, die mit dem Element Wasser in Berührung kommt, spiegelt die Verbundenheit mit dem Planeten Mond wider. So sind Lunakinder Fischer, Müller – der Wassermühle wegen – oder Seefahrer. Auch fühlen sich die Mondkinder den „feuchtfröhlichen“ Gelagen verbunden.

Mercurius und seine Kinder
Merkur steht für das ehrliche Handwerk, aber auch für alle Berufe der Künste und Wissenschaft. Ganz hinten im Bild sehen wir die Kaufleute. Merkur wird deshalb auch oft mit einem Geldbeutel abgebildet.

Die Kinder der Venus

Venuskinder sollten sich eher der feingeistigen Welt hingeben, da sonst der Anteil der Begierde den Menschen überwältigen könnte. Deshalb musizieren und lesen sie gern. Im Liebesspiel sind sie Meister. Ihre Worte betören. Venuskinder haben ein angenehmes Erscheinungsbild.

Die Kinder der Sonne
Die Solkinder fühlen sich der Ehre verpflichtet. Sie üben sich im Zweikampf. Sie fühlen sich stets dem „Höheren“ verbunden. Sie zelebrieren ihr Äußeres und haben ein großes Verlangen, andere Menschen zu führen.

Der Mars und sein Einfluss
Der Mars hat ein sehr widersprüchliches Verhalten, was seinen Kindern nutzen oder schaden kann. Durchsetzungskraft, „koste es, was es wolle“, ist seine Devise. Im Krieg verwüstet er alles, was sich gegen ihn stellt. Entschlossenheit gehört zu den Kennzeichen der Marskinder.

Die Jupiterkinder
Jupiterkinder sind weise. In ihren Entscheidungen wägen sie immer ab und handeln besonnen. Kirchliche Würdenträger sind geeignete Jupiterkinder. Zur Jagd haben sie ein leidenschaftliches Verhältnis.

Saturnus und seine Kinder
Der Saturn ist der Meister des Ungewissen, dabei zeigt er allen Lebewesen seine Grenzen auf. Seine Kinder leben in der damals dominierenden bäuerlichen Gesellschaft. Sie müssen sich an Recht und Ordnung halten. Wer dagegen verstößt, erduldet Qualen. Zu den in Armut Geratenen ist er mildtätig. Saturnus frisst seine eigenen Kinder, egal welchen Stand sie innehaben, der Tod ist allen gewiss.