Das Epitaph von Cyriacus Schnauss

Als Beispiel einer weiteren elfteiligen Fächerrosette dient das Epitaph von Cyriacus Schnauss an der Hofapotheke in Coburg. Schnauss war protestantischer Apotheker und Drucker zugleich. Er lebte von 1512 bis 1571. Die elf Fächer stellen die Sphäre der Tierkreiszeichen dar und spiegeln exemplarisch sein Tagwerk. Das zwölfte Gefach fehlt, der fragende Betrachter füllt diese Gefach aus. Da das Epitaph um 1558 erstellt worden ist, also 13 Jahre vor dem Tod des Auftraggebers Schnauss, gilt das zwölfte Gefach dem fragenden Cyriacus Schnauss selbst. Auffällig sind die unvollkommenen unteren Gefache. Sie teilen das aufgezeichnete Leben symbolisch als Tagwerk von Cyriacus Schnauss in eine weltliche und religiöse Einflusssphäre. Die religiöse Einflusssphäre Geburt und Tod sind nur teilweise sichtbar. Der Blick in das Reich Gottes bleibt dem Betrachter wegen eines stilisierten Vorhanges verborgen. Neben dem Mörser als Sinnbild der Herstellung von Arznei und Druckerschwärze – was den Alltag des Apothekers und Druckers symbolisiert – stehen zwei Abendmahlkelche mit blühenden und verwelkten Blumen – was uns an das Reich Gottes erinnert.