Die Sphären des Himmels

Die Sphären des Himmels wurden in der Renaissancezeit wie selbstverständlich aufgezählt. Zu ihnen gehören die Sphären der sieben Planeten, Luna/Diana, Merkur, Venus, Sol/Apollo, Mars, Jupiter und Saturn. Die achte Sphäre zeigt die Tierkreiszeichen als Zeiteinteiler: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Die neunte Sphäre zeigt die religiös argumentierte Gottessphäre an. Diese Sphäre wurde allerdings erst im Mittelalter dem Himmelsgewölbe zugefügt. Diskutiert wurde aber auch eine Kristallsphäre als zusätzliche 10. Sphäre. Diese Kristallsphäre lag vor der gedachten Gottessphäre. Oft sind die neun oder auch zehn Sphären in einer Fächerrosette abgebildet.

Neben den weltlichen sieben Sphären gehören die zwei religiös gedachten Sphären, der Tierkreis und der Himmel als Reich Gottes, dazu. Diese leiten sich einmal von der Schöpfung des Menschen im Paradies ab und hängen zum Zweiten von der Wiederaufnahme nach dem Tod eines Menschen in das Reich Gottes ab. Bei der neun- oder zehnteiligen Fächerrosette handelt es sich um weltliche und religiöse Belange. Die weltlichen Anteile konnten in einem Horoskop bestimmt werden. Die beiden religiösen Bestimmungen entziehen sich
einer Horoskopierung. Die neunteilige Sphärenrosette befindet sich heute geschnitzt gleich zweimal am Hoppener Haus. Die siebenteilige Planetenrosette ist auch am Hoppener Haus zu entdecken. An dieser Stelle repräsentieren die sieben Planetengötter als Zeitenherrscher die Sphären, wobei die untersten Sphären blau gekennzeichnet sind. Hier handelt es sich um die Geburt und den Tod eines Menschen, gekennzeichnet durch die Planetengötter Luna/Diana – Planetengöttin für die Geburt – und Saturn – Planetengott für den Tod. Geburt und Tod eines Menschen liegen im Schnittpunkt zwischen weltlicher und religiöser Einflusssphäre. Die siebenteilige Fächerrosette wird aber allgemein als weltliche Einflusssphäre gesehen, nur diese sieben Sphären sind horoskopierbar. Die siebenteilige Fächerrosette ist mehrfach am Haus Zöllnerstraße 30 zu sehen, die mittige Rosette zeigt allerdings nur fünf Sphären, ein Zeichen, dass Geburt und Tod an dieser Stelle zu den religiösen Sphären gehören und eben hier nicht mit abgebildet werden sollten.