Ein Horoskop zur Renaissancezeit

Ein Blick in die Sterne versprach die Möglichkeit, die Zukunft bestimmbar zu machen. Das wirkte auf die Menschen in der Renaissancezeit „ungeheuer“ beeindruckend. Um Horoskope nicht als Teufelswerk zu brandmarken, fand das Horoskopieren in einem angenommenen christlichen Rahmen statt, der auch als Lehrstoff in den Fächern Astronomie und Astrologie an europäischen Universitäten abgehandelt wurde. Das Schema eines Horoskops – individuelle Abbildung von Erdkoordinaten im Himmelszelt – zeigt zuerst den Außenkreis der zwölf Tierkreiszeichen.

Innerhalb dieses Kreises bewegen sich die sieben Wandelplaneten innerhalb der Ekliptik.

Der innerste Kreis zeigt die zwölf Häuserspitzen mit den spezifischen Charakterfeldern:
I: Geburt und Schicksalslauf; II: Vermögensumstände; III: Geschwister; IV: Eltern; V: Kinder; VI: Gesundheit; VII: Ehe; VIII: Todesart; IX: Religion und Reisen; X: Leben, Ehre, Künste, Staat; XI: Freunde; XII: Feinde

Die schematische Grafik zeigt das Geburtshoroskop von Albrecht Scheurl aus Nürnberg. Scheurl war das Patenkind von Albrecht Dürer, der Astrologe Johann Carion aus Brandenburg bestimmte das Horoskop5

[5] Reiner Reisinger, Historische Horoskopie, Wiesbaden 1997, S. 158