Die Rosetten am Hoppener Haus

Das Hoppener Haus als Planetenhaus hatte ich bereits erwähnt3, was aber nicht bekannt ist, sind – oder waren – die vorhandenen Rosetten am Balkenwerk des Hauses. 1932 brannte der Dachstuhl des Hoppener Hauses ab, nur mühsam konnte man die Schnitzereien erhalten, die zahlreichen aufgetragenen Rosetten verschwanden und sind bis heute nicht mehr auf dem Gebälk des Hauses zu sehen.

Auf älteren Vorlagen, die vor 1932 entstanden, sehen wir den ursprünglichen Charakter des Hauses. Oberhalb der beschnitzten figürlichen Ebene existierten insgesamt 13 Fächerrosetten über den Schwellen auf Winkelhölzern. Weitere 16 Fächerrosetten waren an der Längsseite des Hauses angebracht. Das Hoppener Haus wird immer mit den Planetenhäusern in Braunschweig und Goslar verglichen. Tatsächlich ist es aber durch die Rosetten zum Vorbild für andere Fachwerkhäuser, die Rosetten aufzeigen, geworden. Zudem besitzt das Hoppener Haus noch eine geschnitzte Anleitung für die sieben- und neunfach gerippten Fächerrosetten, wie sie Bigalke bereits abbilden ließ, der aber leider keinen Versuch unternahm, diese Art von Rosetten näher zu beschreiben4.

Die Fächerrosette als Ornament bildet einmal das Tagwerk innerhalb von zwölf Stunden ab. Es bildet aber auch die zwölf Tierkreiszeichen nach, die scheinbar einmal am Tag die Erde umkreisen. Dazu gesellen sich die sieben Planeten als Wandelsterne – Herrscher der Stunden und Tage – und kreisen, nach damaligem Wissen, gemeinsam innerhalb einer ekliptischen Ebene um die Erde. Mit dieser Konstellation konnte ein Horoskop erstellt werden, das heißt, ein Blick in die Zukunft wurde möglich. Das Hoppener Haus spielt wie gesagt hinsichtlich der Bestandteile von Fächerrosetten und Planetengottheiten eine wichtige Rolle für andere Häuser in Norddeutschland. Die Art der Verzierung der Rosetten – gemeint sind hier die sieben- und neunfach gerippten Rosetten – gehört in die Bereiche der Religion, Astronomie und Astrologie. Leider werden Astronomie und Astrologie als damalige Wissenschaften bei Stadtführungen selten angesprochen.

[3] Bildprogramm am Hoppener Haus in Celle
(http://massenware-postkarte.de/index.php?id=199), aufgerufen am 05.03.2017
[4] Hans-Günter Bigalke, Fachwerkhäuser, Hannover 2000, S. 42–47