Die Fachwerkrosette

Die Rosette ist hier ein gutes Beispiel. Sie kommt in Celle und in vielen anderen Städten, wie z. B. Höxter, Goslar und Hameln, vor. In Paderborn, Höxter und Lemgo (Hexenbürgermeisterhaus) existieren an den Adam-und-Eva-Häusern Rosetten, die durch ihre Eigenart einen Erklärungsversuch zulassen. Die Rosette wird hier als Zeichen des Tagwerks gedeutet, dieses Tagwerk wird immer wieder aufs Neue bestritten. Das erste Tagwerk bestreiten nach der Ausweisung aus dem Paradies Adam und Eva. Das anfänglich nicht christliche Tagwerk wird – wie ein Beispiel in Höxter zeigt – als furchteinflößend empfunden. Ein um 1512 entstandener Kupferstich von Albrecht Dürer erinnert daran. Nach christlicher Vorstellung steigt Jesus nach seiner Kreuzigung in die Hölle hinab und befreit seit Adam und Eva die Seelen der Gerechten. Irdische Ungeheuer entstehen, wie am Hoppener Haus, am Huneborstelschen Haus und am Brusttuch in Goslar auch2. Es geht um die eine Fragestellung, wie der Tag – im Glauben an Jesus Christus – am besten gestaltet werden sollte. Die Anzahl der Unterteilungen – die leicht über 20 Fächer in einer Rosette aufweisen kann – sind gute oder weniger gute Taten eines Tages. Bei weiteren Unterteilungen kommen meistens folgende Zahlenanordnungen vor: 7, 9, 12, 11, 13, 23 und mehr. Diese Unterteilungen gilt es zu untersuchen. Celle ist hier nicht nur der Rosetten wegen wie ein Bilderbuch gegliedert, hier tauchen immer weitere Verzierungen auf, die sich ergänzen und beeinflussen und somit das Deutungsmuster erheblich vereinfachen.

[2] Über das Tohuwabohu, siehe Bildprogramm am Hoppener Haus in Celle (http://massenware-postkarte.de/index.php?id=199), aufgerufen am 05.03.2017