46 Medaillonbildnisse und Tactus

Den weltlichen Tugenden folgen die 46 Medaillonbildnisse. Die dreireihige Folge beginnt mit Gaius Julius Caesar (1, unten links) und endet mit Theodosius II. (46). Flavius Valerius Constantinus (Konstantin der Große; 38), der in seinem Reich das Christentum duldete, gründete Konstantinopel. Die Medaillons gehen auf Porträts der Herrscher zurück, die man auf Münzen abbildete, wobei es bei Numa Pompilius und Gaius Mucius Scaevola keine eindeutigen Abbildungsvorlagen gab. Allerdings berichtete der Geschichtsschreiber Titus Livius über Numa Pompilius und Gaius Mucius Scaevola. Borcholt waren die Geschichte Roms und das römischen Recht als weltliche Herrschaftsbereiche wichtig. Nur von einem „Kaiserhaus“ zu reden – wie das Haus heute bezeichnet wird –, wäre aufgrund der inzwischen bekannten Quellenlage zu einseitig.

Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus

Borcholt wollte die weltliche Geschichte Roms erlebbar machen. Es ging ihm nicht um Rom als heilige Stadt. Von Cornelis Cort ist „Tactus“ nach Frans Floris als Allegorie des Gefühls4 von Borcholt ausgewählt worden (Abbildung: Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek). Ein Vogel (Rabe) beißt der weiblichen Allegorie, die das Gefühl repräsentiert, in die Hand. Geschichte soll bewusst unter die Haut gehen – wobei uns der eigentliche Sinn – was soll uns innerhalb der Historie unter die Haut gehen? – zunächst noch verborgen bleibt.

Tactus, (das Gefühl)