Numa Pompilius, Mucius Scaevola, Alexander der Große und Gaius Julius Caesar

Borcholt gab den ortsansässigen Bildhauern eine Anleitung zur Verkleidung des Vorderhauses. Für alle bildhauerischen Arbeiten dienten Holzschnitte und Kupferstiche als Vorlagen. Aus dem Verlag Gerard de Jode in Antwerpen stammt die Serie der sieben Tugenden (Abbildungen: Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek).3 Blatt sieben stellt Numa Pompilius und Salomo dar, beherrscht werden beide von „Pax“, einer Allegorie des Friedens. Nach Numa Pompilius folgt Blatt Nummer vier, Gaius Mucius Scaevola vor Porsena; er hält demonstrativ seine rechte Hand ins Feuer. Die Allegorie „Constantia“ steht für Furchtlosigkeit. Blatt Nummer sechs stellt Alexander den Großen und Julius Caesar unter „Victoria“, der Allegorie des Sieges, dar. Die Allegorien der Tugenden sind im Vergleich mit den sieben Gottheiten zu sehen, welche die Planeten personifizieren. Numa Pompilius ist der zweite legendäre König Roms – nach Romulus –, der im Gegensatz zu Letzterem sein Reich bewusst friedlich verwaltete, wie vergleichbar Salomo als Weiser Jerusalem regierte. Gaius Mucius Scaevola soll Rom durch sein forsches Auftreten vor Porsena gerettet haben. Furchtlos hielt er seine Hand in die Flammen; selbst der angedrohte Feuertod veranlasste ihn nicht, seine Gefährten zu verraten. Alexander der Große und Gaius Julius Caesar halten zum Zeichen ihrer Siege jeweils einen Palmwedel in der Hand. Für Borcholt beginnt die römische Geschichte um 750 v. Chr. mit Numa Pompilius, dann folgt Gaius Mucius Scaevola, der den Etruskerkönig im Jahre 508 v. Chr. daran hinderte, Rom zu belagern. Alexander der Große starb um 323 v. Chr., er dehnte sein Reich siegreich nach Osten aus. Gaius Julius Caesar herrschte zuerst als Konsul und später als Diktator über das Imperium Romanum; er trug maßgeblich zum Ende der Römischen Republik bei. Die nicht von Borcholt aufgeführten Tugenden beziehen sich auf „Innocentia“, die Allegorie der Unschuld, versinnbildlicht durch spielende Kinder. Die Allegorie der „Pietas“ drückt Nächstenliebe aus, präsentiert durch Aeneas, der seinen Sohn Ascanius an der Hand und Anchises mit den Penaten auf dem Rücken trägt. Mit seiner Frau Creusa fliehen sie aus Troja. Dazu wird das Vater-Tochter-Paar „Pero säugt Cimon“ gezeigt. Die Tochter säugt ihren Vater, da er sonst in der Gefangenschaft des Hungers gestorben wäre. „Liberalitas“ wird als die Allegorie der Freigebigkeit gedeutet, Marcus Cocceius Nerva und Cimon verteilen Münzgeld. Die Allegorie „Concordia“ zeigt die Eintracht der Zeussöhne Kastor und Polydeukes (lat. Castor und Pollux), die göttlicher (unsterblicher) und menschlicher (sterblicher) Herkunft sind. Pollux als Halbgott folgt Castor aus Bruderliebe in den Tod.