Der Bader und seine Konkurrenten, Ärzte und Barbiere

Nicht nur die konkurrierenden Ärzte mit ihrem immensen Wissen machten den Badern zu schaffen, auch die Barbiere mischten sich in ihr Tätigkeitsfeld ein. Der Kenntnisstand der Medizin vergrößerte sich allmählich und selbst die kulturellen Moden veränderten sich stetig, mitunter sogar sprungartig, denkt man z. B. an die übertriebene Zurschaustellung der Haare im 17 Jahrhundert. War der Bader rein räumlich an die althergebrachte Badestube gebunden, verkehrten die Barbiere bisweilen in den besten gesellschaftlichen Kreisen ihrer Kundschaft. Als Wundarzt konnten beide ihre Einnahmen verbessern, das Rasieren und Frisieren wurde allerdings zunehmend von den Barbieren ausgeübt. Aber auch das Feld des Barbiers veränderte sich, schon bald gesellten sich die Perückenmacher zu ihrem Berufsbild hinzu.

Caspar Luyken
Der Wundarzt

1690 | 72 x 87 mmKupferstich, 72 x 87 mm
Aus: Jan Lyken, „Spiegel Van Het Menselyk Bedryf, … De Chirurgyn, 113“, Amsterdam 1718

Die Ausgabe aus Amsterdam bildet den Chirurgen ab. Eine spätere Ausgabe von 1789 aus dem Verlag Joseph von Kurzbeck in Wien stellt das Handwerk des Barbiers dar. „… Handwerke für junge Leute zur Auswahl ihres künftigen Nahrungsstandes“. Die Vorlage wurde leicht umgearbeitet.

Jan Luyken (?)
Die Barbierstube

1717 | Kupferstich, 76 x 88 mm

Bereits um 1698 war in Regensburg bei Christoph Weigel die Abbildung und Beschreibung der gemeinnützlichen Hauptstände erschienen, worin Der Barbier enthalten war.
1717 wurde De Barbier von Jan Luyken in Amsterdam herausgegeben.
Der Abbildungsinhalt war identisch, nur die Fensteransicht wurde hier nun als Rundbogen dargestellt. Im Hintergrund wird in der Barbierstube zur Ader gelassen.

Robert Benard
Perücken

um 1767 | Kupferstich, 206 x 315 mm
Aus: Denis Diderot und Jean-Babtiste D’Alembert, Encyclopedie des Sciences, des Arts et des Metiers, 1751–1781, 17 Bd., Paris 1767
Nach einer Zeichnung von Bernard von Lucotte, Perruques; aus einer Folge von zwölf Kupferstichen zur Perückenherstellung.