Römische Bäder

Der Verbrauch von Warmwasser im Schwitzbad ist in Relation zur Körperreinigung eher als gering einzuschätzen. Oft fungierten römische Bäder als Vorbilder für die mittelalterlichen Badestuben, dabei ist allein der Aufwand an Heizmaterialien nicht zu vergleichen mit denen der Badestuben. Römische Bäder hatten einst der imperialen Größe und dem Ansehen ihrer Erbauer gedient, wie Kopien antiker Malereien in den Thermen des Titus zeigen. Ein Augsburger Verleger benutzte etwa die Ansicht der Titusthermen in Rom und fügte gemäß der Badestube einen Badebereich nur für Frauen hinzu, obwohl dieser Bereich in den Vorlagen nicht existiert hatte.

Die Thermen des Titus in Rom

Francesco Faraone
Die Thermen des Titus in Rom
1704 | Kupferstich, 412 x 243 mm
Bildlegende: TABULA VIII. / Antiqua Pictura ex Thermis Imperatoris Titi eruta
Aus: Paolo Alessandro Maffei, Raccolta di statue antiche e moderne, Stamperia alla Pace, Rom 1704

Die Titusthermen wurden um 80 n. Chr. auf dem Areal der Domus Aurea in Rom fertiggestellt. Als ein öffentliches Bad – ältere Bezeichnung Balneum – besaßen sie zahlreiche Räume für mehrere Anwendungsbereiche. Die Fußbodenheizung – Hypocaustum – erwärmte die Räume des Badebereiches. Im Kesselraum (ein Drei-Kessel-System) wurde das Wasser unterschiedlich beheizt. Ein Wasserbecken bzw. eine große Badewanne hieß Labrum. Im Laconium wurde der Körper direkter Hitze ausgesetzt, die Hitzezufuhr konnte reguliert werden.

Die Thermen des Titus in Rom

Georg Christian Kilian
Die Thermen des Titus in Rom
1768 | Kupferstich, 412 x 261 mm
Bildlegende: 1 Das Gebäude der Einheize-Stube / 2 Die Gefäße milliaria genant, das Kiehl-Zimmer / 3 Die Bad-Stube / 4 Der Bade-Keßel / 5 Unterirdischer Ofen zur Heize-Stube / 6 Das Bad oder der Bade-Keßel / 7 Die gewölbte Schwiz-Stube / 8 Die Schwiz-Stube / 9 Die Bad-Stube / 10 Die Kiehl-Stube / 11 Die Kammer wo das Oehl und die Rauchwerke verwahrt wurden / 12 Die zweite Reihe der Bäder vor die Weibsleute